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Fallstudien zu gentechnisch veränderten Organismen (GVO): Potenzielle Risikoszenarien und damit verbundene Gesundheitsindikatoren

Im Rahmen des EU-finanzierten MARLON-Projekts wurden Hintergrunddaten überprüft, um die Möglichkeit der Messung von Gesundheitsindikatoren während der Überwachung nach dem Inverkehrbringen auf mögliche Auswirkungen von Futtermitteln, insbesondere gentechnisch veränderten (GV) Futtermitteln, auf die Tiergesundheit von Nutztieren zu untersuchen. Es wurden vier Fallstudien zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen auf Nutztiere erstellt und der aktuelle Kenntnisstand über mögliche Auswirkungen von GV-Futtermitteln überprüft. In Bezug auf die Allergenität (CS-1) liegen keine Fallberichte über allergische Reaktionen oder immuntoxische Wirkungen infolge des Verzehrs von GV-Futtermitteln im Vergleich zu nicht-GV-Futtermitteln vor. Die Wahrscheinlichkeit eines horizontalen Gentransfers (HGT; CS-2) von GVO-verwandter DNA auf verschiedene Arten unterscheidet sich nicht von der für andere DNA und gibt wahrscheinlich keinen Anlass zu gesundheitlichen Bedenken. In Bezug auf Mykotoxine (CS-3) kann insektenresistenter GV-Mais die Fumonisinkontamination als gesundheitlichen Nutzen verringern, andere Fusarientoxine und Aflatoxine zeigen jedoch keine schlüssigen Ergebnisse. Bei ernährungsphysiologisch veränderten Kulturpflanzen (CS-4) führen die angewendeten genetischen Veränderungen zu kompositorischen Veränderungen, die besondere Überlegungen zu ihren ernährungsphysiologischen Auswirkungen erfordern.

Es wurden daher keine Gesundheitsindikatoren identifiziert, mit Ausnahme möglicher vorteilhafter Auswirkungen einer Verringerung der Mykotoxine und einer Verbesserung der Ernährung. Im Allgemeinen sollten Tiergesundheitsdaten idealerweise mit Informationen über die Exposition von Tieren verknüpft werden, um Ursache-Wirkungs-Beziehungen herstellen zu können.

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